Zentraler Breakout mit CompanyFlex (SIP-Trunk)

Mit dem Produkt CompanyFlex können nun mehrere Durchwahl-  oder Einzelrufnummern auf einem SIP-Trunk vereint werden. In diesem Beispiel hat der Kunde eine zentrale Telefonanlage und die Standorte sind mit eigener Infrastruktur vernetzt. Er nutzt CompanyFlex Complete mit IP-basiertem Anschluss und Durchwahlrufnummer am Standort der Telefonanlage. Ergänzend dazu bucht er für den Standort 2 einen CompanyFlex MSN Pure mit drei Einzelrufnummern. Die Durchwahl-  und Einzelrufnummern werden einem SIP-Trunk zugeordnet und an der zentralen Telefonanlage termininert.

Flexible Nutzung von Rufnummern eines Grundpaketes

Die in einem Grundpaket zur Verfügung stehenden Rufnummern können rein konfigurativ für CompanyFlex (SIP-Trunk) und CompanyFlex (Cloud PBX) genutzt werden. Bei der Nutzung spielt es dabei keine Rolle an welchen IP-Anschluss (Standortprodukt) diese Rufnummer genutzt werden (Trennung Telefoniedienst vom IP-Anschluss)

 

Konfiguration des CompanyFlex (SIP-Trunk) im Adminstrationsportal

Die Konfiguration des CompanyFlex (SIP-Trunk) unterscheidet sich grundsätzlich nicht von der Einrichtung des "normalen" CompanyFlex (SIP-Trunk) (siehe Schritt-für-Schrittanleitung). Im Rahmen der Zuweisung der Rufnummer können hier dem CompanyFlex (SIP-Trunk) beliebige Rufnummern zugewiesen werden.

 

Maximal 60 Rufnummernelemente je SIP-Trunk

Einem SIP-Trunk können maximal 60 Rufnummernelemente aus den verfügbaren Rufnummern zugeordnet werden. Ein Rufnummernelement kann ein Durchwahlbereich eines Rufnummernblockes (maximal 10 pro Rufnummernblock) oder eine Einzelrufnummer oder MSN sein.

  • Bei Standortprodukt mit Durchwahlrufnummer werden die Durchwahlrufnummern in Dekaden zerlegt. Dies sind maximal 10 Elemente bei vollständigem Rufnummernblock 0-9.
  • Bei Standortprodukt mit Einzelrufnummern oder MSN ist eine Einzelrufnummer oder eine MSN ein Rufnummernelement. Pro Standort sind 3 - 10 MSN möglich, daher können 3 - 10 Rufnummernelemente zugeordnet werden.

Werden mehr als 60 Rufnummerelementen benötigt, kann ggf. ein zweiter SIP-Trunk eingerichtet werden und dieser über den gleichen IP-Anschluss an der Telefonanlage registriert werden.

Anzahl Messages, die über einen IP-Anschluss abgewickelt werden

Jeder Verbindungsaufbau / Aufbau einer Telefonverbindung über den CompanyFlex (SIP-Trunk) erzeugt eine Message auf der Plattform. Die Anzahl der Messages je IP-Adresse ist begrenzt:

  • Bei Kunden mit bis 100 Parallelen Gesprächen: 100 Messages/Sekunde
  • Bei Kunden mit 100 bis 1000 Parallelen Gesprächen: 1000 Messages/Sekunde (Große Kunden werden durch Telekom auf eine eigene PS-SCF administriert)

Sofern also über den CompanyFlex (SIP-Trunk) Callcenter mit zum Beispiel automatischen Dialern betrieben werden, ist die maximal Anzahl Messages bei der Dimensionierung zu berücksichtigen. Im Zweifel, ist der Verkehr auf einen weiteren IP-Anschluss abzustützen.

Notruf: Routing der Notrufe bei zentralem Breakout

Bei Realisierung eines zentralen Breakouts mit Telekom-IP-Anschlüssen (CompanyFlex Standortprodukte mit IP-Anschluss oder Business Premium Access) erfolgt im Falle eines Notrufes das Routing anhand der Standortinformationen des Telekom-IP-Anschlusses über den die Anrufe ins öffentliche Netz geleitet werden:

  • Der Notrufleitstelle werden die Standortdaten [Postleitzahl, Straße, Hausnummer des  betreffenden IP-Anschlusses (IP-Adresse)] übermittelt.
  • Der Anruf wird an die dem Notrufursprungsbereich zugeordneten Leitstelle weitergeleitet.
  • Die Umsetzung entspricht den Vorgaben der TR-Notruf und kann nicht angepasst werden.
  • Diese Thematik gilt auch für eine nomadische Nutzung von CompanyFlex (Cloud PBX).
  • Diese Regelung gilt nicht, wenn die Telefonie des CompanyFlex über einen Anschluss eines anderen Anbieters abgewickelt werden.
Hinweis

Wenn Sie in Ihrer Telefonanlage Rufnummern aus unterschiedlichen Ortsnetzkennzahlbereichen konfigurieren, werden abgesetzte Notrufe abhängig vom Anschlussanbieter zur Leitstelle gelenkt.

  1. Anschluss von der Telekom: Der Notruf wird, unabhängig von der konfigurierten Ortsnetzkennzahl, anhand der IP-Adresse zur Leitstelle gelenkt und erfolgt somit ortsgebunden.
  2. Anschluss nicht von der Telekom: Der Notruf wird abhängig von der konfigurierten Ortsnetzkennzahl zur Leitstelle gelenkt und erfolgt somit ortsnetzgebunden. Verwendet wird dafür die hinterlegte Adresse des Standortes, aus dem die Rufnummer bzw. der Rufnummernbereich stammt. Auch dann, wenn der eigentliche Standort des Anschlusses von der konfigurierten Ortsnetzkennzahl abweicht. Siehe dazu auch nachfolgendes Beispiel.
Beispiel

Bei Anschlüssen von der Telekom wird der Notruf zur örtlichen Notrufleitstelle gelenkt. Bei Anschlüssen, die nicht von der Telekom sind, wird der Notruf zur Notrufleitstelle der konfigurierten Ortsnetzkennzahl gelenkt.

Anschlussanbieter

Standort

Anschluss / abgesetzter Notruf
Konfigurierte OrtsnetzkennzahlNotruflenkungVerbindung zur Leitstelle
Anschluss von der TelekomBonn089 (München)Ortsgebunden (unabhängig von der konfigurierten Ortsnetzkennzahl)Bonn
Anschluss nicht von der TelekomBonn089 (München)Ortsnetzgebunden (abhängig von der konfigurierten Ortsnetzkennzahl bzw. von der hinterlegten Adresse des Standortes)
München


Alternative Lösungsoptionen für IP-Anschlüsse, die nicht von der Telekom bereitgestellt werden
  • Die TR-Notruf muss gesetzlich zwingend umgesetzt werden, daher besteht nur auf Kundenseite die Möglichkeit eine abweichende Adressierung der Leitstellen zu ermöglichen.
  • Dazu wird ein weiterer IP-Anschluss für den Standort beauftragt, der zentral vernetzt wurde.
  • Die Telefonanlage wird so konfiguriert, dass die Notrufe dieses Standortes über diesen IP-Anschluss geführt werden.
  • Der Notruf wird damit an die dem Anschluss zugeordnete Leitstelle weitergeleitet. Es werden die Standortdaten dieses Anschlusses übermittelt.