Bündelung von Anschlüssen zur Erhöhung der Parallelen Gespräche am Standort

Zielsetzung dieser Beschreibung ist es aufzuzeigen, wie die Erhöhung der Parallelen Gespräche an einem Standort erfolgen kann. Der Schwerpunkt liegt dabei nicht auf der Einrichtung der Endgeräte.

Hinweis

Diese Anleitung richtet sich an fachlich und technisch versierte Administratoren.

Aufgrund der Vielzahl der Endgeräte sind die Informationen zur Einrichtung der Endgeräte an der Kundenlokation bewusst sehr allgemein gehalten. Nutzen Sie bitte zusätzlich die Endgeräteinformationen Ihres jeweiligen Endgeräts.

Szenario

Bei Standorten mit schlechter Breitbandversorgung kann mit dem CompanyFlex (SIP-Trunk) und einer Telefonanlage an der Kundenlokation die Anzahl der verfügbaren Parallelen Gespräche durch Hinzunahme eines weiteren Anschlusses erhöht werden. Die ankommenden und ausgehenden Gespräche werden auf zwei Anschlüsse verteilt.

  • Sie benötigen an einer Lokation zum Beispiel einen SIP-Trunk mit 30 Parallelen Gesprächen zur Anschaltung einer IP-basierten Telefonanlage.
  • Da die Lokation in diesem Beispiel nur mit CompanyFlex Complete VDSL 50 versorgt werden kann, sind an einem Anschluss nur 20 Parallele Gespräche möglich. Eine Übersicht der maximal möglichen Parallelen Gespräche je DSL-Anschlussprofil finden Sie im Exkurs: Übersicht der maximal möglichen Parallelen Gespräche je DSL-Anschlussprofil


Beispielhafte Darstellung:


Lösungsvorschlag
  • Sie benötigen daher an dieser Lokation einen weiteren Anschluss in diesem Beispiel CompanyFlex Access Plus.
  • Der SIP-Trunk wird im CompanyFlex-Administrationsportal und in Ihrer Hardware dann so konfiguriert, dass er beide Anschlüsse zur Abwicklung seiner ankommenden/abgehenden Gespräche nutzen kann. Hierfür benötigen Sie das kostenpflichtige Zusatz-Paket SIP-Trunk Callrouting.
  • Ihre Endgeräte (Router mit SBC oder IP-Telefonanlage) müssen dies ebenfalls unterstützen und entsprechend konfiguriert werden.


Vereinfachte Darstellung des Beispiels zur Veranschaulichung des Callroutings:


Mit dem Zusatz-Paket SIP-Trunk Callrouting können Sie festlegen, in welcher Form ankommende Anrufe auf die zugeordneten Trunks im Routingszenario verteilt werden. Um SIP-Trunk Callrouting konfigurieren zu können, muss das Zusatz-Paket SIP-Trunk Callrouting gebucht sein und es müssen mindestens zwei Trunks erstellt sein.

In der nachfolgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung wird beschrieben, wie Sie diese Lösung umsetzen können.

Schritt 1: Administrationsportal: Zusatzpaket SIP-Trunk Callrouting
Buchen und konfigurieren

  • Rufen Sie das Business Service Portal auf und wählen Sie den CompanyFlex-Vertrag aus, für den Sie das Callrouting einrichten möchten. Sie gelangen in das Administrationsportal.
  • Falls noch nicht erfolgt, legen Sie einen CompanyFlex (SIP-Trunk) an und weisen Sie dem SIP-Trunk die gewünschten Rufnummern zu. Ausführliche Informationen finden Sie hierzu in der Direkthilfe SIP-Trunk anlegen.
  • Buchen Sie das kostenpflichtige Zusatz-Paket SIP-Trunk Callrouting an diesem SIP-Trunk. Wählen Sie dazu im Administrationsportal  SIP-Trunk -> Zusatz-Pakete verwalten.


  • Hier buchen Sie das kostenpflichtige Zusatz-Paket SIP-Trunk Callrouting durch Klick auf den Button Buchen. Achten Sie bitte darauf, dass der gewünschte SIP-Trunk oben richtig ausgewählt ist und bestätigen Sie die Buchung im Warenkorb.


  • Anschließend konfigurieren Sie das Zusatz-Paket SIP-Trunk Callrouting. Gehen Sie dazu im Administrationsportal in den Bereich SIP-Trunk -> Zusatz-Pakete verwalten und klicken hier auf Bearbeiten. Diese Schaltfläche ist aktiviert, sobald das Zusatz-Paket SIP-Trunk Callrouting gebucht wurde.
  • Callrouting kann in zwei Verfahren konfiguriert werden, die unterschiedliche Algorithmen zur Lastverteilung nutzen. Beim Geordneten Routing stehen die Algorithmen Überlauf, Geordnete Lastverteilung, Höchste Verfügbarkeit und Niedrigste Verfügbarkeit zur Verfügung und beim Gewichteten Routing kann die Priorität und Gewichtung der einzelnen Trunks definiert werden. Die beiden Routingverfahren Gewichtetes und Geordnetes Routing können nicht gleichzeitig aktiviert werden.
  • In diesem Beispiel wird das Geordnete Routing eingerichtet: Wählen Sie daher den Callrouting-Typ Geordnetes Routing durch Klick auf Konfiguration aus.



  • Der Standard-Trunk entspricht dem zuvor angelegten SIP-Trunk und bleibt inklusive der Telefonie-Anmeldedaten unverändert bestehen. Legen Sie nun einen zusätzlichen (untergeordneten) Trunk an. Klicken Sie dazu im Bereich Geordnetes Callrouting auf Neuen Trunk erstellen. Detailinformationen finden Sie in der Direkthilfe Trunk erstellen.

  • Sobald dieser neue Trunk angelegt wurde, wird er in der Trunk-Übersicht sichtbar, in diesem Beispiel heißt dieser "Trunk zum Callrouting". Laden Sie dafür ggfs. die Seite durch Drücken der Funktionstaste F5 neu.


  • Für diesen zusätzlichen SIP-Trunk werden neue Telefonie-Anmeldedaten generiert, die für die Registrierung an der Telefonanlage benötigt werden. Sie können die Telefonie-Anmeldedaten abrufen und drucken, indem Sie rechts neben der Trunk-Übersicht auf das Drucken-Symbol klicken. Die Telefonie-Anmeldedaten für beide Trunks werden generiert und können ausgedruckt werden. Diese Daten benötigen Sie später zur Konfiguration der Endgeräte (s. unten). Alternativ können Sie die Telefonie-Anmeldedaten auch durch Klick auf den jeweiligen Trunk einsehen.

  • In diesem Beispiel wird das Geordnete Routing mit geordneter Lastverteilung eingerichtet:
    Wechseln Sie nun wieder in den Bereich Callrouting: Konfiguration und wählen Geordnetes Routing aus. Wählen Sie den Algorithmus Geordnete Lastverteilung. Weitere Informationen zur Konfiguration finden Sie in der Direkthilfe im Bereich Geordnetes Routing.

  • Die ankommenden Anrufe werden damit reihum (im Rundlaufverfahren) auf den Standard-Trunk und den zusätzlichen Trunk geroutet. Es handelt sich dabei um die "round-robin"-Methode. Die Anrufe werden in der festgelegten Reihenfolge den Trunks zugeteilt. Ist der letzte Trunk der Liste erreicht, wird das nächste Gespräch wieder dem ersten Trunk der Liste zugeteilt.
  • Setzen Sie bei beiden Trunks zusätzlich die Verkehrssteuerung -> Max. Anzahl für dieses Beispiel mit VDSL 50 auf den Wert 20. Damit wird die maximale Anzahl an Gesprächen festgelegt, die der dem Trunk zugeordnete Anschluss bewältigen kann. Bei VDSL 50 entspricht dies maximal 20 Parallelen Gesprächen. Die Verkehrssteuerung finden Sie, wenn Sie im Bereich SIP-Trunk: Übersicht den gewünschten SIP-Trunk auswählen und auf Bearbeiten klicken. Dort können die Maximalwerte für die Verkehrssteuerung eingegeben werden. Ein in der Plattform hinterlegter Zähler ermittelt die Anzahl der aktiven Gespräche (eingehend/ausgehend) und steuert entsprechend das Callrouting.

Eine Übersicht der maximal möglichen Parallelen Gespräche finden Sie in unserem Exkurs weiter unten oder im Bereich Trunk erstellen -> Verkehrssteuerung.


Sie haben das Routing der eingehenden Gespräche konfiguriert:

  • In diesem Beispiel haben Sie das Geordnete Routing mit Geordneter Lastverteilung konfiguriert: Alle eingehenden Gespräche werden reihum (im Rundlaufverfahren) auf den Standard-Trunk und den Trunk zum Callrouting geroutet.
  • Wenn der Zähler der Verkehrssteuerung zum Beispiel beim Standard-Trunk den Maximalwert erreicht (in diesem Beispiel 20), wird beim nächsten Anruf der Trunk zum Callrouting angesteuert.
  • Sollte einer der beiden Trunks ausfallen, erfolgt das Callrouting auf den noch verbleibenden Trunk.
Schritt 2: Endgeräte konfigurieren
Lokation / Endgerät

  • Aufgrund der Vielzahl der Endgeräte sind die Informationen zur Einrichtung der Endgeräte an der Kundenlokation bewusst sehr allgemein gehalten. Nutzen Sie bitte zusätzlich die Endgeräteinformationen Ihres jeweiligen Endgeräts.
  • An den Endgeräten Ihrer Lokation richten Sie den Standard-Trunk und den Trunk zum Callrouting mit den im Portal einsehbaren Telefonie-Anmeldedaten ein. Beide Trunks registrieren sich unabhängig voneinander an der CompanyFlex-Plattform.
  • Das Callrouting muss insbesondere für die ausgehenden Gespräche analog zu dem in Schritt 1 beschriebenen Vorgehen für die eingehenden Anrufe konfiguriert werden.
    • Eingehende Gespräche auf beiden Trunks werden auf die Nebenstellen der Telefonanlage geroutet.
    • Ausgehende Gespräche sind so zu konfigurieren, dass der Verkehr auf den Standard-Trunk und den Trunk zum Callrouting reihum gelenkt wird.
      • Die Auslastung der Trunks und der maximalen Anzahl an Parallelen Gespräche je Anschluss ist ebenfalls bei der Konfiguration zu berücksichtigen.


Beispiel:

* Kundengeräte (Exemplarische Darstellung)

Hinweis zu den Einrichtungsinformationen für Endgeräte

Für die für CompanyFlex empfohlenen Endgeräte sind im Bereich Endgeräte Einrichtungsinformationen zusammengestellt.

Schritt 3: Rufweiterleitung Offline konfigurieren

Für die zugeordneten Rufnummern des angelegten SIP-Trunks kann im Administrationsportal in den Leistungsmerkmalen eine Rufweiterleitung Offline aktiviert werden. Die Rufweiterleitung Offline greift in diesem Szenario, wenn der "Standard-Trunk" und der "Trunk zum Callrouting" nicht registriert sind. In diesem Falle werden alle Anrufe auf die zuvor festgelegte Rufnummer weitergeleitet.


Exkurs: Übersicht der maximal möglichen Parallelen Gespräche je DSL-Anschlussprofil

Diese tabellarische Übersicht zeigt die maximale Anzahl an Parallelen Gespräche je Anschlussprofil.

  • Eine Kunde an dessen Standort z.B. max. VSDL 50 verfügbar ist, kann über diesen einen Anschluss maximal 20 Parallele Gespräche führen
  • Eine Kunde an dessen Standort z.B. max. DSL 2000 verfügbar ist, kann über diesen einen Anschluss maximal zwei Parallele Gespräche führen
  • Je Parallelem Gespräch werden 139 KBit/s benötigt


AnschlussproduktMaximale Anzahl Paralleler Gespräche
DSL 2000 RAM IP (BNG)2
DSL 6000 RAM IP (1) (BNG)4
DSL 6000 RAM IP (2) (BNG)6
DSL 6000 RAM IP (BNG)8
DSL 16000 RAM IP (1) (BNG)10
DSL 16000 RAM IP (2) (BNG)10
DSL 16000 RAM IP (BNG)12
VDSL 25 IP (BNG)10
VDSL 50 IP (BNG)20
VDSL 100 IP (BNG)164


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